Abi 2020 – die Herausforderung

Mit dem Beginn der Coronakrise veränderte sich für uns alle das normale Leben. Abstandsregelungen, Kontaktverbot und das Aussetzten des normalen Präsenzunterrichts gehörten nun zum Alltag. Für uns neue Herausforderungen, mit denen wir Schüler*innen uns erst einmal anfreunden mussten. Auch die Schule – Schulleitung und Kollegium – wurde von der Corona-Krise und den vielen daran gebundenen Maßnahmen überrumpelt und musste unter schwierigen Bedingungen schnelle Lösungen finden, die leider nicht dem entsprechen konnten, was wir alle von vorher gewohnt waren, oder uns unter normalen Umständen gewünscht hätten. Besonders leidtragend sind dabei natürlich auch die Abiturienten, die sich in diese Situation eher ungefragt hinein begeben mussten – aber es war für die Schule insgesamt eine Herausforderung.

Und dann war da ja auch noch das Abi! Klar war also: Eine normale Abiturprüfung kann es in diesem Jahr nicht geben. Doch was nun? Keine Abschlussprüfungen oder doch? In Gruppen oder alle gemeinsam? Diese Fragen blieben bis kurz vor den Prüfungen offen. Wie empfanden die diesjährigen Abiturienten die doch drastischen Veränderungen?

Dazu habe ich einige Schüler*innen aus diesem Abi-Jahrgang befragt:

HP: Das Vorabitur im November 2019 konnte ja noch ganz normal stattfinden. Was hat sich nun mit der Corona-Krise für euch im Hinblick auf die Prüfungen verändert?

Abi: Eigentlich alles. Zunächst einmal der fehlende Präsenzunterricht vor den Prüfungen, wodurch sich die Prüfungsvorbereitungen schwieriger gestaltet haben als erwartet. Dann der Prüfungsort und das Umfeld. In diesem Jahr haben wir ja unsere Prüfungen in der Sporthalle geschrieben. Das war schon komisch und ungewohnt. Das Vorabitur konnte ja noch ganz normal in der Schule geschrieben werden.  

HP: Abi in der Sporthalle? Wie genau lief das ab?

Abi: Wir mussten uns erst einmal vor der Sporthalle in einer Reihe anstellen. Mit Abstand versteht sich! Dann wurden wir jeder einzeln reingelassen, mussten uns die Hände waschen und desinfizieren und durften dann in die Sporthalle gehen. Die Tische standen dort dann verteilt und jedem wurde ein Platz zugewiesen, auf den wir uns dann setzten sollten.

HP: Jetzt ist es ja geschafft! Aber eine normale Zeugnisübergabe und Abschlussfeier kann ja trotzdem nicht stattfinden, oder?

Abi: Nein. Auch das wird dieses Jahr wegen der ganzen Vorgaben nicht möglich sein. Unsere Halbjahreszeugnisse haben wir unter strengen Hygienemaßnahmen und in kleinen Gruppen bekommen. Auch die Bekanntgabe der Noten aus den Prüfungen bekamen wir erst, nachdem wir unsere Hände gewaschen und desinfiziert hatten und auch wieder nur in kleinen Gruppen. Bei der Übergabe der Abschlusszeugnisse wird es aber ein wenig anders sein. Jeder von uns darf zwei Familienmitglieder mitbringen, die bei der Übergabe dabei sein können. Aber auch hier wird der Mindestabstand gelten, und es wird jeder vor der Veranstaltung registriert. Zudem werden die Abschlusszeugnisse nur klassenintern verteilt und nicht – wie die Jahre zuvor – mit dem gesamten Jahrgang.

HP: Und wie steht es um den Abiball in diesem Jahr? Was ist für die Zukunft geplant? 

Abi: Ja, der Abiball muss natürlich wegen der Corona-Maßnahmen ausfallen. Für die Zukunft haben wir jetzt noch nichts weiter geplant, da ja nicht abzusehen ist, wann und in welchem Maße Veranstaltungen wieder möglich sein werden. Fest steht allemal: Das Abi dieses Jahr war definitiv anders als sonst.

(Die Abi-Entlassung findet im kleinen, aber dennoch feierlichen Rahmen am 19. Juni im Forum der Schule statt.)

HP: Vielen Dank für diesen kleinen Einblick in euer diesjähriges Abitur! Alles Gute für die Zukunft!

Abi 20: Gerne und vielen Dank!

Interview von Emily Janusch