Intellektuelle Höchstleistung in der Sporthalle – Interview über das Vorabi

Die Schüler*innen der QII befinden sich aktuell in der Vorabi-Situation, jedoch herrschen seit letztem Frühjahr andere Zustände als sonst. Aufgrund von Corona und den aktuellen Maßnahmen gibt es einige Veränderungen, die positive, aber auch negative Auswirkungen für die Schüler*innen haben können.

Wie ist es, in der Vorabi-Situation zu sein? Ist die Vorabitur-Klausur eine gute Vorbereitung für die schriftlichen Abiturprüfungen?

Julian: Ich finde, es ist eine gute und sinnvolle Vorbereitung, und man kann es wirklich gut nutzen, um sich wirklich auf das Abitur einzustellen und auch um herausfinden, wie es wirklich ist. Aber ich glaube, es ist ein bisschen viel gewesen, wenn man jede Woche 2 oder 3 Leistungsnachweise hatte, vor allem in Fächern wie Mathe oder wie Robert in Physik. Geografie, Deutsch und Englisch gehen noch als schriftliche Fächer, aber Naturwissenschaften sind da schon ein bisschen härter.

Robert: Es bedeutet schon viel Lernstress und wir haben noch einige Lehrer*innen gehabt, die uns vorbereitend auf die Vorabi-Klausur noch mehr Hausaufgaben gegeben haben, um den Stressfaktor nochmal zu erhöhen, was nicht besonders angenehm war. Aber sicher ist es eine wichtige Vorbereitung, denn das Abi ist komplett anders als eine normale Klausur, die ganzen Abituraufgaben sind auch anders gestellt. Zum Beispiel sind es in Mathe einfach andere Welten, wenn man einmal eine sechsstündige Klausur schreibt und weiß, wie das Zeitgefühl ist. Ich würde mir aber auch ein mündliches Vorabi wünschen. Etwas Neues, wir haben ja an sich keine richtige mündliche Prüfung, abgesehen von der englischen Sprechprüfung, aber die ist nicht zu vergleichen mit anderen Fächern, wie zum Beispiel in WiPo. Das wäre eine ganz gute Vorbereitung für das Abi, da man dadurch einen guten Eindruck bekommt, wie sich die Prüfungssituation anfühlen wird.

Wie war es in der Sporthalle? Musstet ihr jeweils 1.50 m Abstand halten oder die Mund-Nasen-Bedeckung tragen?

Abitur 2020 mit Sicherheitsabstand in der Turnhalle des Sportforums.

Ich fand, in der Halle war es aufgrund von Corona angenehmer als in den Klassenräumen, weil wir unsere Masken abnehmen durften, da wir jeweils 1.50 m Abstand voneinander hatten. Es war auch irgendwie wärmer als in der Klasse, da im Klassenraum immer so ein Durchzug ist beim Stoßlüften. Obwohl in der Halle alle 20 Minuten gelüftet wurde, war es nicht kalt.

Robert: Ich fand es auch sehr angenehm, dass wir unsere Masken abnehmen durften. Jedoch gab es für die Leute von Physik einen großen Nachteil: Wir konnten das Experiment nur einmal angucken. Als Physik Profil haben wir ja ein Experiment in unserem Abitur, dementsprechend auch in unserem Vorabi. Wir mussten in die Physikräume gehen, um uns dort ein Experiment anzugucken, wir mussten alles notieren und dann wieder zurück in die Sporthalle gehen. Wir konnten nicht wieder aufstehen, um uns das Experiment anzugucken, was eigentlich der Fall gewesen wäre. Das war ein großer Nachteil, aber insgesamt war es eine gute Lösung während der Corona-Zeit.

Wie war die Atmosphäre in der Halle, konntet ihr euch gut konzentrieren? Vergisst man in der Prüfungssituation eventuell sowieso alles drumherum – auch die Corona-Umstände, den Alltag, etc.

Julian: Es war eine normale Prüfungsatmosphäre und man konnte sich konzentrieren, auch, weil es nicht so kalt war. Man hat nicht wirklich an Corona gedacht, man hatte einfach eine normale Drucksituation.

Robert: Also ich fand die Atmosphäre eigentlich auch ganz gut und man konnte sich recht gut konzentrieren.

Wie viel habt ihr gelernt? Wie viel Zeit und Aufwand habt ihr in die Vorbereitung investiert ?

Julian: Geografie und Englisch war für mich nicht so viel, das war ok, man hat ein paar Stunden dafür gelernt, aber Naturwissenschaften und Mathe waren sehr viel, vor allem, was man in Mathe alles wissen muss. Lineare Algebra, alles Mögliche, man hat zwar das Tafelwerk zur Hilfe, aber es gibt auch einen hilfsmittelfreien Teil, in dem man viel wissen muss. In Englisch und Geografie haben die Lehrer*innen sich auf ein Thema festgelegt, während man in Mathe alles können musste, was man im Laufe der Schuljahre für das Abi können muss.

Robert: Also ich habe Physik geschrieben und noch Mathe, ich komme grob auf eine Lernzeit von 30 Stunden. Ich hab davor mehr als 5 Stunden am Tag gelernt und trotzdem nicht gut geschrieben. Deutsch z.B. ist meiner Erfahrung nach viel weniger Vorbereitung, so ca. 5-6 Stunden. ( In den Bereichen Deutsch und Fremdsprachen werden für ein gutes Abitur ja auch Kompetenzen abgefragt, die innerhalb von mehreren Schuljahren aufgebaut und vertieft wurden, Anm. d. Red.).

Interview von: Florian Klimek