Mal ein anderer Profiltag – WiPo in der Q1c

Am 30.10.2020 war unser Profiltag mit Herrn Licht im Fach WiPo (Wirtschaft/ Politik) – wegen Corona mussten wir in der Schule bleiben und Alternativen zu einer Exkursion improvisieren. Glücklicherweise hatten wir genug Vorlaufzeit, um eine spannende Alternative zu planen und auch erfolgreich durchzuführen.

Was wir genau unternommen haben und wieso wir den „traditionellen“ Profiltag wenig, bis gar nicht vermisst haben und trotzdem sehr viel Spaß hatten, wirst du jetzt erfahren.

Profiltage sind ganze Schultage, an denen Oberstufenklassen im Rahmen des Profilfaches etwaige Exkursionen oder ähnliches unternehmen, die sich mit wichtigen Themen des Profilfaches beschäftigen. Sie dienen auch dazu, den Wissensstand der Schülerinnen und Schüler für das jeweilige Profilfach zu erhöhen. Außerdem sollen diese Profiltage das Gemeinschaftsgefühl einer Klasse stärken und haben somit auch einen pädagogischen Hintergrund. Daraus lässt sich also schließen, dass Profiltage sehr wichtig und für eine Oberstufenklasse unverzichtbar sind.

Da ich im WiPo Profil bin, war klar,  dass wir uns mit einem politischen bzw. – wie es auch teilweise im Unterricht üblich ist – mit einem aktuellen Thema, das gegebenenfalls mit dem Lehrplan verknüpft wird, beschäftigen werden.

In unserem Fall waren es die immer wieder in den Nachrichten auftauchenden Fake News.

Fake News sind heutzutage ein großes Problem

Fake News sind vorgetäuschte Nachrichten. Ihr Ziel ist es, einen Teil der Gesellschaft so in ihrer Meinung zu manipulieren, dass diese den dargestellten Informationen Glauben schenken und diese weiter verbreiten, damit sie so viele Menschen wie möglich erreichen und deren Meinung gezielt manipulieren. Gerade vor Wahlen ist das ein großes Problem, da Menschen dann sowieso angespannt sind und unter diesem Druck auch schnell ihre Meinung ändern, ohne kritisch und genau darüber nachzudenken. Grund dafür ist ein psychologischer Effekt, welcher von den Machern der Fake News ausgenutzt wird. Wie zum Beispiel jetzt, während der Corona-Krise. Da die Menschen sowieso schon psychisch angespannt sind, fällt es Extremisten umso leichter, mehr Menschen in ihrer Meinung zu beeinflussen, um dadurch mehr Anhänger für ihre Denkweise zu finden. Gerade zu Zeiten der Corona Pandemie treten gefühlt täglich neue Maßnahmen in Kraft, die Menschen möchten alle auf dem neusten Stand sein und googeln die neuesten „Nachrichten“, dabei  klicken sie den auf den ersten Blick interessanten Titel an, der zum Beispiel dramatisch klingt. Die Schlagzeile lockt sie, ohne die Quelle der Nachricht genau zu prüfen. Wenn Fake News dann auch noch halbwegs glaubwürdig rüberkommen, wird der Beitrag gegebenenfalls auf Sozialen Medien geteilt, und die Macher der Fake News haben ihr Ziel erreicht. Daraus ist zu schließen, dass Fake News ein großes Problem für unsere Gesellschaft sind.

In der ersten Stunde haben wir uns also mit dem Thema Fake News beschäftigt. Nach einer kurzen Pause ging es dann auch richtig los…

Kombiniert wurde dieses Thema dann mit unserem Halbjahresthema „Die Europäische Union (Europa in Gegenwart und Zukunft)“. Jeder Schüler hat eine Rolle eines Ministers oder Generalsekretär eines jeweiligen Landes, das Mitglied in der Europäischen Union (EU) ist, zugeteilt bekommen. In meinem Fall war ich der Generalsekretär von Portugal. Dadurch haben wir die jeweiligen Rollen im Ministerrat der Europäischen Union (EU) übernommen. Die Gruppen bestanden idealerweise aus circa 2 Mitgliedern. Geleitet hat das Ganze das „Generalsekretariat der Europäischen Union“. Die jeweiligen Gruppen haben dann Materialien zu den Positionen der ausgewählten Länder zu drei Gesetzesvorschlägen erhalten, die herausgearbeitet werden mussten.

Die darauffolgende Sitzung wurde von dem „Generalsekretariat der Europäischen Union“ eröffnet.

Die Europäische Union besteht aus vielen Mitgliedsländern

Es gab 3 verschiedene Gesetzesvorschläge, über die debattiert wurde. Anschließend durfte jedes Land den Gesetzesvorschlag, der gegebenenfalls geändert wurde, annehmen oder ablehnen. Da dies jedoch ein Planspiel war, das nicht allzu real ausgeführt werden konnte, wurde der Gesetzesvorschlag bei einer mehrstimmigen Ablehnung nicht wie üblich an das Parlament o.ä. weitergeleitet, sondern er wurde geändert und es wurde weiter debattiert. In der weiteren Debatte durften die anderen Mitgliedsstaaten ebenfalls einen Gesetzesvorschlag einbringen. Dabei mussten die Regeln über die Abstimmungen im Ministerrat eingehalten werden. Es muss immer die Mehrheit aller Länder zustimmen, die zu dem auch noch die Mehrheit der EU-Bevölkerung stellt (Mindestens 55% der Mitgliedsstaaten, die mindestens 65% der EU Bevölkerung stellen). Da jedoch in unserem Planspiel nicht alle EU-Mitgliedsstaaten vertreten waren, hat das Generalsekretariat zur Auswertung einen Abstimmungsrechner benutzt, denn es konnten zuerst die anwesenden Länder ausgewählt werden und dann die Stimme des Landes, dementsprechend stellte sich daraus ein Endergebnis zusammen, das besagte, ob der jeweilige Gesetzesvorschlag die Mehrheit der Stimmen und der EU-Bevölkerung stellt und somit die Kriterien erfüllt, um angenommen zu werden. Da jedoch jedes Land an seiner eigenen Meinung festhalten wollte und die Meinung seines Landes, wie es den Mitgliedern im Ministerrat auch vorgeschrieben ist, vertreten wollte, schien ein Konsens zuerst problematisch. Jedoch gab es auch Länder, die die gleiche Meinung geteilt haben sowie solche, die eine ähnliche Meinung hatten. Wenn dann auch noch genug Länder für einen Gesetzesvorschlag gestimmt haben, kam so in unserem Planspiel ein Gesetz zustande.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dies mal ein ganz anderer Profiltag für uns war. Auch einfach nur vor Ort in der Schule, war es für uns sehr interessant, den Ministerrat der Europäischen Union, durch dieses Planspiel besser kennenzulernen und dem ganzen Geschehen mit der Gesetzgebung näherzukommen. Auch das Diskutieren im „Ministerrat“ hat uns sehr viel Spaß gemacht, der dadurch vorprogrammierte Austausch von Argumenten ist außerdem im WiPo-Profil ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts, vor allem in der Oberstufe.

Corona hat den Alltag von uns allen verändert, jedoch ist unter anderem dieser Profiltag der Beweis, dass auch trotz der zahlreichen Einschränkungen, wichtige thematische Anregungen und Spaß im Vordergrund stehen können und durch mögliche Alternativen definitiv erhalten bleiben.

Bleibt gesund!

Beitrag verfasst von Sam Momeni, Q1c.