Physik in der Oberstufe – langweilig oder vielseitig?

Manche verbinden mit dem Physikunterricht einen etwas trockenen Unterricht – viel Theorie, viele Grundlagen lernen. So auch ich früher, doch dies hat sich nach dem Ende der Mittelstufe geändert. Der schrittweise Weg durch die Lehrpläne hat sich also gelohnt. Wieso, wie der Physikunterricht jetzt aussieht und was genau passiert ist, wirst du in meinem folgenden Text lesen. Allerdings muss ich darauf hinweisen, dass es sich um meine persönliche, subjektive Erfahrung handelt. Ihr erlebt das vielleicht ganz anders.

Unser Physikunterricht bestand zunächst vor allem darin, Formeln oder anderes auswendig zu lernen. Experimentiert wurde wenig, beziehungsweise einige Versuche wiederholten sich auch. Etwa der mit dem Netzgerät, wo wir in der 7. Klasse einen Stromkreis aufbauen sollten und in der 8. Klasse kam dann ein Voltmeter dazu. Das hat mich persönlich noch nicht umgehauen…

Nun verging die Zeit sehr langsam, doch irgendwann stand ich vor der Wahl, welche Naturwissenschaft ich für die Oberstufe wählen sollte. Ich entschied mich knapp für Physik, und wenn ich heute zurückblicke, war es eine sehr gute Entscheidung.

Der Bandgenerator im Einsatz.

In der Oberstufe sind Formeln natürlich auch ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts, auch die Formeln aus der Mittelstufe werden Thema in der Oberstufe sein. Jedoch wird viel mehr experimentiert und der Unterricht ist mit deutlich mehr Praxis verbunden.

Mein Kurs wurde jetzt in verschiedene Gruppen aufgeteilt, die jeweils ein Thema mit einem dazugehörigen Experiment bearbeiten. Dabei sind auch Experimente mit Hochspannung im Physikunterricht Standard. Ein spannendes Experiment ist der Bandgenerator, der Spannungen von bis zu 500.000 Volt erzeugt.

Wenn man einen Vorgang mit seinen eigenen Augen vor sich sieht, dann erscheint dieser einem viel spannender, man schaut aufmerksam auf das Geschehen und denkt sich dabei, was wohl als nächstes passieren wird oder auch, wieso etwas so ist, wie es gerade ist. Dieses ganze Interesse wird meiner Meinung nach nicht so sehr geweckt, wenn Experimente auf Arbeitsblättern beschrieben werden oder ein Video auf YouTube angesehen wird. Natürlich ist es auch ein Weg, bis die Schüler*innen überhaupt so weit sind, Experimente eigenverantwortlich durchzuführen. Man muss sich das Wissen und die Grundlagen dafür in der Mittelstufe erst erarbeiten – und das lohnt sich eben auch.

Mit diesem Interesse, das geweckt wird, entsteht ein „physikalisches Grundwissen“, weshalb man sich  bei unbekannten und neuen Versuchen oder Themen oftmals schon denken kann, wieso etwas so ist und dieses Geschehen dann auch sicher begründen kann. Man beginnt langsam, die Welt zu verstehen und diese „Aha-Momente“ motivieren einen immer mehr dazu, sich für dieses vielseitige Fach zu begeistern.

Es braucht ein paar Jahre, bis die Schüler*innen überhaupt so weit sind, anspruchsvolle Experimente eigenverantwortlich durchzuführen.

Auch wenn man sich in unserer Umgebung umschaut, ist wirklich fast alles mit Physik verbunden, seien es die fahrenden Autos auf der Straße, die Elektrizität in Häusern oder das Haus selbst. Selbstverständlich hat auch einiges mit Biologie oder  Chemie zu tun. Jedoch sagt das Wort „Physis“ (altgriechisch: Natur/ natürliche Beschaffenheit) alles.

Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen mit dem vielseitigen Fach Physik, kann ich es euch sehr weiterempfehlen, denn diese Naturwissenschaft ist vielseitig und ihr werdet sicher euren Spaß an der Physik haben.

 

Beitrag verfasst von Sam Momeni Q1c