Schülerkommentare zu aktuellen Themen

Im Seminarfach Homepage dürfen einige Teilnehmende aus der QI sich mit der journalistischen Textform Kommentar beschäftigen. In einem Kommentar bezieht der/die Verfasser(in) klare Stellung zu einem Ereignis, einer Entscheidung, einer Position, oder dem Verhalten von Personen. Der Kommentar erläutert, begründet und bewertet eine Meinung. Journalistische Kommentare sind immer meinungsbetonte Texte. Das heißt: Sie äußern eine individuelle Meinung, um bei den Leserinnen und Lesern eine Reaktion hervorzurufen. Kommentare geben stets ausschließlich die Meinung der jeweiligen Autorin, des jeweiligen Autors wieder.

Das 9€-Ticket – Chaos oder Erfolg?
Am 1. Juni wurde das langersehnte 9€ Ticket in ganz Deutschland eingeführt und soll bis zum 31. August jeweils für einen Monat angeboten werden. Als Teil des Entlastungspaketes, das Bundestag und Bundesrat angesichts der hohen Energiepreise verabschiedet haben, sollen die Bürgerinnen und Bürger durch das billige Ticket entlastet werden. Das Ticket gilt allerdings nur für den öffentlichen Nahverkehr, der Fernverkehr ist ausgeschlossen. Kurz nach der Einführung ist die Debatte um das 9€ Ticket groß: Chaos oder Erfolg?

Bereits nach wenigen Tagen wurden mehrere Millionen Tickets verkauft. Bei den Bürgerinnen und Bürger stößt das 9€-Euro auf sehr große Nachfrage – meiner Meinung nach zu Recht. In Zeiten von sehr hohen Energie- und insbesondere Spritpreisen bietet das Ticket eine große Entlastung. Im Vergleich zum Autofahren sind 9€ für einen kompletten Monat eine sehr günstige Alternative. Eine kostengünstige Nutzung des Nahverkehrs tut nicht nur den Menschen gut, sondern auch der Umwelt. Das Ticket regt an, mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren und dafür das Auto öfter stehen zu lassen. Dies sorgt für geringere CO2-Ausstöße, die unter anderem für das steigende Klima verantwortlich sind. Langfristig gesehen wird das nicht die Lösung gegen den Klimawandels sein, doch es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wer weiß, vielleicht entscheiden sich durch das 9€-Ticket mehr Menschen dafür, auch nach dem 31. August mehr mit Bus und Bahn zufahren. Auch wenn der Fernverkehr vom Angebot ausgeschlossen ist, nutzen viele die Möglichkeit, kostengünstig durch Deutschland zu fahren, um beispielsweise zu verreisen. Die langen Fahrtzeiten und das mehrmalige Umsteigen werden dabei bewusst in Kauf genommen. Gerade über das Pfingstwochenende war der Ansturm groß. Der riesige Ansturm bringt aber auch seine Nachteile mit sich. Pfingsten machten viele Bilder in den Sozialen Medien die Runde, die überfüllte Bahnen zeigten. Die Kapazitäten der Deutschen Bahn waren vollständig ausgeschöpft. Züge konnten nicht abfahren, Fahrräder mussten draußen bleiben und einige Passagiere mussten zurückgelassen werden. Gerade an Bahnsteigen und in Zügen Richtung Ost- und Nordsee herrschte dichtes Gedränge. Dies kann wiederum eine Abschreckung für viele potenzielle Nutzer des Tickets sein. Der Härtetest für die Deutsche Bahn kann jedoch auch dazu führen, dass Probleme in der Infrastruktur erkannt und behandelt werden können. Solange man aber nicht gerade an Feiertagen in beliebte Orte und Städte reisen will, merkt man von Gedränge oder Überfüllung durch das 9€-Ticket jedoch wenig. Ich selber fahre beinahe jeden Tag mit öffentlichen Verkehrsmitteln, sei es in die Schule oder in Richtung Innenstadt. Große Veränderungen an der Anzahl der mitfahrenden Personen habe ich jedoch kaum gemerkt. Die Busse sind zwar häufig voll, aber dieses Problem existierte bereits vor dem 1. Juni. Meiner Meinung erfüllt das 9€-Ticket trotz anfangs großer Kritik seine Aufgabe: Es entlastet sowohl die Bürger und Bürgerinnen nach den Problemen der Corona-Krise und in anhaltenden Zeiten des Krieges in der Ukraine als auch die Umwelt durch geringere Emissionen.  

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24 Stunden und 7 Tage die Woche zuhause: Kein Sport, keine Schule, kein Kontakt zu Freunden. Wie Jugendliche im Lockdown gelitten haben.

Unter der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Schulschließungen hat die Jugend sehr gelitten. Den jungen Menschen, die sich gerade in dieser Phase des Heranwachsens befinden, geht die beste Zeit des Lebens verloren. Ihr Lockdown dauerte am längsten, die Zumutungen für die Jugendlichen waren besonders groß. Sie mussten eine lange Zeit in ihren eigenen vier Wänden verbringen und durften kaum Freiheiten genießen. Lernen, schlafen, essen, den Alltag bewältigen – dann wieder alles von vorne.

Besonders groß war auch der Bedarf an psychiatrischer ambulanter oder stationärer Betreuung bei Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren (siehe COPSY Studie des UKE: https://www.uke.de/kliniken-institute). Die psychischen Folgen der coronabedingten Einschränkungen, besonders der Schulschließungen, sind nämlich enorm: Sie reichen von depressiven Symptomen, wie zunehmender Traurigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen bis hin zu Essstörungen und Mediensucht. Dabei zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, dass 61 Prozent der befragten Jugendlichen “sich teilweise oder dauerhaft einsam fühlen”. 64 Prozent fühlen sich “zum Teil oder voll” psychisch belastet. Auch Ängste vor der Schule und sozialen Kontakten, Wut und Gereiztheit nehmen zu. Ebenso ist die Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung vieler Jugendlicher durch die Kontaktbeschränkungen stark beeinträchtigt. Wie gravierend die Folgen der Pandemie für junge Menschen sind, zeigt sich auch darin, dass über 45 % angeben, Angst vor der Zukunft zu haben und weitere 23 % zumindest teilweise zustimmen, Angst vor der Zukunft zu haben, vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung: Belastungen von Kindern, Jugendlichen und Eltern in der Corona-Pandemie (https://www.bib.bund.de/Publikation/2021/pdf ).

Jugendliche und Kinder hatten in der Corona-Politik keine Priorität. Politik und Gesellschaft haben uns in dieser Zeit sehr weit unten auf die Prioritätsskala platziert. Sie haben vergessen, dass die Einschränkungen uns viel schwerer fallen, als anderen gesellschaftlichen Gruppen, weil wir Kontakte zu Gleichaltrigen brauchen, Bewegung, Anregungen, frische Luft, ein soziales Umfeld… Ich meine, um die Depressionen dieser Generation zu verringern, muss man die jungen Menschen ernst nehmen, ihnen zuhören und ihre Bedürfnisse berücksichtigen. Ganze 2 ½ Jahre konnten Jugendliche ihr Leben nicht in vollen Zügen genießen. Umso glücklicher sind wir jetzt, wo wir immer mehr Freiheiten haben und die Corona-Maßnahmen immer weiter abnehmen. Einzelne Jugendliche nehmen sicher auch Positives aus dieser Zeit mit, doch die große Mehrheit hatte viele Nachteile. Im Klartext gesagt: Die meisten Kinder und Jugendlichen leiden nicht an Schäden oder Spätfolgen verursacht durch das Corona-Virus, sondern an den negativen Folgen der Corona-Maßnahmen.

Kommentar von Becky Bänsch

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Kinderrechte ins Grundgesetz – ein Kommentar

Nachdem die Große Koalition 2021 an der Durchsetzung scheiterte, will die neue Ampelkoalition jetzt eine Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz erreichen.

Doch wieso ist das überhaupt nötig? Und warum gerade jetzt? Mit diesen und noch mehr Fragen setze ich mich nun in diesem Artikel auseinander.

Wie sind die Kinderrechte jetzt festgelegt?

Derzeit werden Kinder im Grundgesetz nicht explizit erwähnt und auch wenn sich ein Artikel mit der Familie befasst, werden nur familienspezifische Aussagen gemacht und keine, die nur die Rechte der Kinder verteidigen.

Die einzelnen Regelungen werden also von den Bundesländern beschlossen und auch durchgeführt – je nachdem, wo ein Kind wohnt, kann die Lage also ganz anders aussehen. Ein Beispiel: In den Ländern werden die Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen unterschiedlich stark bewertet und in einigen wie Bayern, Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen gibt es überhaupt keine Regelungen dazu.

Das ist besonders problematisch, da Deutschland sich dazu verpflichtet hat, die Kinderrechte nach der UN-Kinderrechtskonvention umzusetzen, die unter anderem auch das Recht auf Partizipation beinhalten. Und gerade jetzt, in der Corona Pandemie, zeigt sich doch wie wichtig dieses Recht ist. Kinder und Jugendliche können fast nichts mitbestimmen und müssen sich bei den Corona-Maßnahmen quasi alles gefallen lassen, obwohl man von ihnen so viel abverlangt. Deswegen mahnte die Kinderkommission des Deutschen Bundestags, dass politische Entscheidungen über Corona-Maßnahmen die Kinderrechte stärker berücksichtigen müssen.

Warum sollte man sich gerade jetzt damit beschäftigen?

Daran, dass sich für viele Kinder und Jugendliche die Lage während der Pandemie verschlechtert hat, wird klar: Den Kinderrechten sollte mehr Gewicht verliehen werden.

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschungen hat hierzu eine Studie über Belastungen von Kindern, Jugendlichen und Eltern in der Corona-Pandemie durchgeführt, worin besonders die psychische Situation von Kindern und Jugendlichen in der Pandemie untersucht wurde. Zum Beispiel hat sich der Anteil der Jugendlichen, die klinisch relevante depressive Symptome aufzeigen, im ersten Lockdown um 15% vergrößert. Auf diese Aspekte wurde bei den Maßnahmen zur Bekämpfung von Corona viel zu wenig Wert gelegt.

Als zwischenzeitlich die Schulen geschlossen wurden, waren auch die Kontakte der Kinder immens eingeschränkt und nicht alle konnten mit der Situation gut umgehen. Die Situation für Kinder aus benachteiligten Verhältnissen hat sich weiter verschärft, manche konnten am Online-Unterricht aufgrund von fehlender Ausstattung nicht teilnehmen und wurden auch nicht ausreichend unterstützt, die Chancenungleichheit hat sich verstärkt. Hinzu kommt, dass die Schule ein Ort ist, wo soziale Kontrolle stattfindet und es in Distanzunterrichtsphasen schwerer ist, Kindern, die durch häusliche Gewalt gefährdet sind, zu helfen. Laut dem Forschungsnetzwerk Medizinischer Kinderschutz am UKE könnte die Dunkelziffer von Kindeswohlgefährdungen in Deutschland während des Lockdowns drastisch gestiegen sein.

Mittlerweile hat sich die Situation für Kinder wieder verbessert und Schüler und Schülerinnen können in der Schule wieder normal Unterricht haben, aber dennoch hat uns die Pandemie eins klargemacht: Es muss mehr für die Kinderrechte getan werden.

Was hat die neue Regierung vor?

Die Ampelkoalition hat vor, die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern, und das auch nach den Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention. Sie hat außerdem vor, das Monitoring zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention auszubauen, was in den Jahren davor eher träge geschah.

Auch will sie sich für mehr Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen einsetzen, wie man an diesem Auszug aus dem Koalitionsvertrag sieht: „Mit einem Nationalen Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung werden wir die Jugendstrategie der Bundesregierung weiterentwickeln, Qualitätsstandards für wirksame Beteiligung besser bekannt machen, selbstbestimmte Kinder- und Jugendparlamente und Beteiligungsnetzwerke stärken.“

Allgemein hören sich die Ansätze der Regierung sehr vielversprechend an, jedoch sollte man diese auch schnellstmöglich durchführen.

Denn ähnliche Pläne gab es während des vorherigen Bundestags auch, diese scheiterten jedoch daran, dass für eine Grundgesetzänderung eine Zweidrittel-Mehrheit in Bundestag und Bundesrat nötig ist. Die unterschiedlichen Parteien haben nach jahrelangen Verhandlungen schließlich doch keine Einigung gefunden.

In der Union hatten viele die Befürchtung, der Staat könnte dadurch zu übergriffig werden und zu sehr in die Elternrechte eingreifen. Aber aus der Sicht der damaligen Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) geht es doch eher darum, den Staat stärker auf Kinderrechte zu lenken, da Kinder besonders schutzbedürftig sind und der Unterschied zu Erwachsenen somit ausdrücklich im Grundgesetz anerkannt sein sollte.

Fazit

Wie die Corona Pandemie zeigt, ist eine Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz eine wichtige Maßnahme, um besser für das Kindeswohl und mehr Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei staatlichen Entscheidungen zu sorgen.

Nun liegt die Hoffnung auf der neuen Bundesregierung und dass die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz die gewünschten Ergebnisse bringt. Denn bis jetzt steht noch nichts Genaues fest und die Auswirkungen auf die tatsächliche Lage hängen stark von der konkreten Formulierung des Gesetzes ab.

Ein Kommentar von Smilla Röder, QIb

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Atomkraft – der Weg aus der Klimakrise?
Nach dem Atomunglück in Fukushima beschloss die damalige Bundesregierung 2011 den Atomausstieg in Deutschland. Neuerdings äußern sich aber wieder mehr Befürworter der Kernenergie, zum Beispiel, weil dadurch – anders als bei der Stromproduktion etwa aus Kohle – deutlich weniger klimaschädliches Kohlendioxid entstehe oder auch, um unabhängig von Gasimporten aus dem Ausland zu sein.

Nachdem im Dezember 2021 die KWs in Brokdorf, Grohnde und Gundremmingen mit dem Jahreswechsel vom Netz gegangen sind, liefern nur noch drei Kernkraftwerke in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen Strom. Ende 2022 sollen auch diese drei letzten Standorte geschlossen werden – der Atomausstieg soll dann offiziell beendet sein. Die generelle Diskussion, ob Atomkraft sinnvoll ist oder nicht, besteht schon seit Jahren und es haben sich große Gruppierungen gebildet, welche öffentlich disputieren. Nun hat die EU-Kommission Atomkraft vor kurzem als „grün“ und somit als nachhaltig eingestuft, wenn eine Baugenehmigung bis 2045 vorliegt und es im Land einen Plan und finanzielle Mittel für die Atommüllentsorgung gibt.
Wie nachhaltig ist die Energiegewinnung durch Atomkraft wirklich und inwiefern kann sie der Weg aus der Klimakrise sein?

Jeder von uns sollte bereits mit dem Begriff Erderwärmung in Kontakt gekommen sein. Die Klimakrise wird durch die hohe Freisetzung von Treibhausgasen hervorgerufen. Dabei kann es sich zum Beispiel um CO2-Abgasen von Autos handeln oder um die Freisetzung von Methan durch die Landwirtschaft.

Kernenergie kann in Bezug auf die Freisetzung von Treibhausgasen ohne Probleme mit den erneuerbaren Energien mithalten. Bestätigt wurde dies durch den Weltklimarat, der 2013 stattfand. Wie Windkrafträder und Solaranlagen sind auch Atomkraftwerke wegen des Abbaus von Uran und wegen der Herstellung der Brennelemente nicht ganz klimaneutral, doch schneiden sie bei diesem Aspekt eindeutig besser ab, als fossile Brennstoffe.

In Deutschland sind noch 130 Kohlekraftwerke aktiv. Deren Emissionen sind mit ca. 940g/kWh ungefähr 38 Mal so hoch, wie die Emissionen eines Atomkraftwerkes mit ca. 25g/kWh. Auch ist die Kernkraft platzsparend im Vergleich zu z.B. Windrädern, da bei jenen zehnmal die Höhe des Windrads als Abstand voneinander gilt. Diese eingesparte Fläche könnte dann auch weitgehend für Wohnfläche oder ähnliches verwendet werden.

Nichtsdestotrotz besteht bei vielen die Angst, dass etwas Furchtbares wie in Fukushima oder Tschernobyl passiert. So behaupten viele, Atomkraft sei zu gefährlich. Jedoch ist dies unserer Ansicht nach eine eher einseitige Sichtweise. Natürlich gab es in der Vergangenheit schreckliche Unglücke, die man keinesfalls verdrängen darf, aber es sollte beachtet werden, dass weltweit „nur“ zwei große Katastrophen im Explosionsbereich vorliegen und dass es in anderen Atomkraftwerken – vergleichsweise – zu geringeren Unfällen kam. Jedoch müssen bei der Frage nach Risiken und Gefahren der Kernkraft unserer Ansicht nach einige Punkte beachtet werden. Zum einen lernt man aus vielen Fehlern der Vergangenheit, so dass verstärkte Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden können. Auch sorgt die weitere Forschung dafür, dass z.B. bessere Alarmsysteme installiert werden können, die eine Katastrophe vorbeugen würden. Des Weiteren müssen geografische Aspekte beachtet werden. In vielen Bereichen der Welt sind Erdbeben und Tsunamis viel unwahrscheinlicher als in anderen. So wäre dies im Vergleich zu Fukushima hierzulande ein vermeidbarer Punkt. Ganz ausschließen lässt sich ein Supergau jedoch nicht. Stünde man aber weiter bei der Kohlekraft, bei der allein in der EU jährlich 23.000 Menschen an den Folgen die Abgasen sterben, müssen auch die zukünftigen Opfer des Klimawandels mit einberechnet werden. Das Voranschreiten des Klimawandels kann wiederum zu verstärkten Naturkatastrophen führen, wie zum Beispiel Hitze, Trockenheit, Wassermangel, Brände oder massive Überflutungen, was den Tod vieler weiterer Menschen bedeuten würde. Die Erderwärmung kann so vielen Menschen ihr Zuhause nehmen und dies führt insgesamt umfassenden Problemen für die Menschheit.

Bleibt die Frage nach dem Atommüll strittig, bleibt die Suche nach einem geeigneten Endlager für radioaktive Abfälle (die nur sehr langsam zerfallen). In den Kernkraftwerken fallen einerseits Betriebsabfälle und andererseits ausgediente (abgebrannte) Brennelemente als radioaktive Abfälle an. Soll der Müll unter der Erde oder doch im Weltall gelagert werden? Und hier waren auch unsere Zweifel groß, bis wir einen Beitrag von der Tagesschau und Umweltretter sahen, die von der Verkürzung der Zerfallszeit und Wiederverwendung des Atommülls handelten. Laut den Ergebnissen einer belgischen Forschungsanlage soll es nun möglich sein die großen Zerfallszeiten des Atommülls, von rund 300.000 Jahren um den Faktor 1000, also auf ca. 3000 Jahre zu reduzieren. Dies soll durch ein Verfahren möglich sein, dass Transmutation  genannt wird. Außerdem können die Brennstäbe, die früher nach fünfjähriger Benutzung ausgetauscht und dann zunächst noch 40 Jahre lang zwischengelagert werden mussten, bis sie ausreichend abgekühlt sind, nun nach dreijähriger Abkühlung wiederverwendet werden, sodass aus diesem 95% Uran und 1% Plutonium gewonnen werden kann und nur noch 4% für die Lagerung übrig bleibt.

Zwar bleibt immer noch die Frage offen, in welchen Gebieten und Ländern Endlager entstehen sollen, doch sollte bei globalen Problemen wie Klimawandel und der damit verbundenen Klimaerwärmung gemeinsam und schnell gehandelt werden, so dass mehrere Endlager entstehen und gemeinsam die Lagerung gehandhabt wird, um den Aufwand möglichst gering zu halten. Unserer Meinung nach ist Atomkraft zwar langfristig nicht die perfekte Energiequelle, doch es ist der bereits vorhandene Schlüssel, mit dem man die Klimakrise bekämpfen kann und die global gesetzten Klimaziele auch wirklich umsetzen kann.

Ein Kommentar von Max und Sönke, QIb

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Demokratie in der Krise? Kommentar zu einer aktuellen Studie der Körber Stiftung

Steckt die Demokratie in einer Krise? Diese Frage gewinnt im Zuge der Corona Pandemie wieder neu an Relevanz. Viele Menschen waren oder sind unzufrieden mit der aktuellen Politik und kritisieren in diesem Zusammenhang in erster Linie die Grundrechtseinschränkungen. Parlament und Bevölkerung seien bei den Entscheidungen nicht genug berücksichtigt wurden, lautet nur einer von vielen Vorwürfen.

Aber auch jenseits der Corona Pandemie gibt es Kritik an der derzeitigen demokratischen Staatsform: zu langsam, nicht flexibel genug, unfähig wichtige Ziele umzusetzen. Die einen verlangen nach mehr Demokratie, andere wollen gerade weniger davon. Fakt ist, dass es den alteingesessen Parteien kaum noch gelingt, Wähler zu erreichen. Die Wählerquote verzeichnet seit 40 Jahren einen deutlichen Abwärtstrend, der 2009 in einem historischen Tiefstand von gerade einmal 70,8% Wahlbeteiligung gipfelte. Auch Kindheits- und Jugendstudien belegen, dass Kinder und Jugendliche sich von der gegenwärtigen Politik kaum gehört, gesehen und beteiligt fühlen.  Dieser Rückgang zeigt vor allem eins: Die Politik scheint das Vertrauen der Bürger zunehmend zu verlieren. Aber Demokratie lebt im Wesentlichen vom Vertrauen in den Staat und dessen Vertreter. Was also geschieht, wenn dieses Vertrauen verloren geht? Mit diesem Problem beschäftigt sich die Hamburg Körber-Stiftung in einer Studie, die sie gemeinsam mit dem Philosophen und Co-Vorsitzenden des Deutschen Ethikrates, Julian Nida-Rümelin veröffentlicht hat.

Nach fast zwei Jahren Pandemie beschäftigt sich die Studie “Demokratie in der Krise. Ein Weckruf zur Erneuerung angesichts der Pandemie” mit den Auswirkungen von schwindendem Vertrauen in Politik und Demokratie. Wir finden diese Studie und deren Ansatz sehr interessant, denn auch wir Schüler*innen haben uns in den vergangenen Monaten viele Fragen gestellt in Bezug auf Demokratie, Grundrechte und Meinungsfreiheit. Es ist in der Tat nicht immer einfach, wenn die Welt von einem Ausnahmezustand (Pandemie) in den nächsten stolpert (Kriegsgeschehen, Gefährdung des Weltfriedens), sich im Dschungel der Meinungen, Forderungen und staatlichen Entscheidungen zu positionieren. Deshalb ist die Schule so wichtig als Ort der Begegnung, denn in der Schule lernen Kinder und Jugendliche die Grundwerte der Demokratie kennen.

Foto: Pixabay.

Hier erfahren wir, was Partizipation und Verantwortung bedeuten, erarbeiten uns eine konstruktive Bewältigung von Konflikten, hier möchten wir uns mit den öffentlichen Themen der Demokratie auseinandersetzen. Was meint ihr?

Die Studie ist in jedem Fall lesenswert. Weitere Links zu dem Thema: Die Rangliste der Länder in Puncto Pressefreiheit: https://www.reporter-ohne-grenzen.de

Die Charta zur Woche der Meinungsfreiheit: https://www.woche-der-meinungsfreiheit.de

Beitrag von Jonas Schenke und Lilli Tiedemann, E-Jahrgang.

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Unser Bildungssystem – eine Enttäuschung?
 „Es ist brutal: Wir leisten es uns, Kinder und ihre Zukunft nachhaltig wegzuschmeißen und führen Scheindebatten.“, sagt Gert Scobel in seinem Artikel auf zdf.de mit dem Titel „Wie sich Bildung radikal ändern muss“. So viele Menschen schreien, die deutschen Schülerinnen und Schüler würden nicht genug lernen, die Bildung bricht ein. Doch machen die Schulen wirklich so viel falsch? Wir als Schülerinnen der Oberstufe haben da durchaus auch andere Erfahrungen gemacht. Es gibt definitiv gute und schlechte Seiten, Vor- und Nachteile. Aus Sicht zweier Schüler:innen: Was läuft, was läuft nicht?

Alles wird schlecht geredet: Stress, Druck, wenig Aufmerksamkeit, Bildungsabsturz. Ja natürlich, als Schüler steht man unter Druck, die Klausurenphasen sind durchaus stressig. Wir stehen unter Druck, möglichst gute Noten zu schreiben, davon hängt ab, wie gut das Abitur wird, wie gut die Chancen auf einen Studienplatz sind. Das liegt jetzt aber nicht an der Schule allein, das liegt am System unserer Gesellschaft. Es wird immer auf Schule und auf Politik geschoben: „Die Schulen sollten…“; „Die Politik muss endlich…“, aber hat nicht jeder auch eine Eigenverantwortung?

Wir vertreten die Ansicht, dass der Schüler selbst die Verantwortung hat, sich bilden zu lassen und seinem Unterricht zu folgen. Wenn er das tut, bekommt er auch Input, eigene Meinungsbildung, differenzierte Betrachtungen, Erklärungen und alles Weitere mit. Kurz gesagt: Die Schülerinnen und Schüler selbst müssen auch etwas für ihre Bildung tun. Politik und Schulen können organisieren, was sie wollen, macht der Schüler nicht mit, hat das wenig Auswirkung.

Doch in einer Hinsicht können Schulen tatsächlich was beeinflussen: und zwar, was die Motivation betrifft. Nach unserer eigenen Erfahrung ist der Unterricht in vielen Fächern sehr eintönig gestaltet, sodass es manchmal sogar schwerfällt, einfach nur aufmerksam zuzuhören. Abwechslung ist oft kaum drin. Zum Beispiel das praktische Arbeiten wird manchmal aus Zeitgründen zurückgestellt. Das macht den Unterricht eintöniger, die Schülerinnen und Schüler bekommen auf lange Sicht Langeweile. Für den Schüler als solchen ist das natürlich schade. Scobel behauptet: „Pubertierende sind um 8 Uhr aufmerksam wie leicht alkoholisierte Erwachsene in der Nacht.“ Das mag auf einzelne Schüler zutreffen, doch viel schlimmer ist, dass wir in der Oberstufe unsere Zeit nicht selten bis in den Nachmittag hinein in der Schule verbringen. Um 16 Uhr geht eigentlich nichts mehr, zumal zu solchen Zeiten sogar noch Klausuren geschrieben werden. Aber auch nach Schulschluss ist es noch nicht vorbei, es muss gelernt werden, die häufig umfangreichen Hausaufgaben müssen pünktlich gemacht sein.
Spannender gestalteter Unterricht und hier und da ein etwas freundlicher organisierter Stundenplan wären enorm entlastend und würden die allgemeine Motivation anheben. Hinzu kommt, dass wenig kontrolliert wird, wie gut der Unterricht eines Lehrers ist, aber genau davon hängt ab, wie viel die Schüler verstehen und am Ende auch anwenden können. Kann das richtig sein?

Fakt ist also: Es besteht durchaus Handlungsbedarf. In welchem Maße und in welchen Teilbereichen sei dahingestellt, doch irgendetwas muss passieren. Dabei sollte man aber an allererster Stelle die Betroffenen fragen: die Schüler.

Ein Kommentar von Anabel und Sarah, QIb

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Hier ein Kommentar zu dem Fall Valieva bei den Olympischen Winterspielen 2022 von Sophia Antowiak.