Mitte Juni besuchte die junge Journalistin Lena Steffens das Wahlpflichtfach „Schulhomepage“ der 10. Klasse. Im Rahmen des Projekts „Journalismus macht Schule“ nahm die Redakteurin der Lübecker Nachrichten eine Einladung an unsere Schule an, um im WPU-Unterricht von Frau Trötzer-Buhrke Einblicke in den Berufsalltag einer Tageszeitungsjournalistin zu geben.

Warum sind Tageszeitungen auch im Zeitalter von Social Media noch wichtig? Wie entsteht eigentlich ein Zeitungsartikel? Und was macht guten Journalismus aus? Antworten auf diese Fragen erhielten die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtfachs „Schulhomepage“ der 10. Klasse bei einem Besuch von Lena Steffens. Die Redakteurin der Lübecker Nachrichten war im Rahmen der bundesweiten Initiative „Journalismus macht Schule“ zu Gast im Unterricht von Frau Trötzer-Buhrke und berichtete offen über ihren Berufsalltag.
Eine zentrale Botschaft ihres Vortrags lautete: Gründliche Recherche ist das Fundament jeder guten Berichterstattung. „Man muss immer gründlich recherchieren und die relevanten Expertinnen und Experten kontaktieren“, erklärte Frau Steffens. Erst wenn Informationen überprüft, verschiedene Quellen ausgewertet und unterschiedliche Perspektiven eingeholt wurden, könne ein Artikel sachlich und ausgewogen entstehen. Gerade in Zeiten, in denen sich Nachrichten über soziale Medien rasend schnell verbreiten, sei diese Arbeitsweise wichtiger denn je.
Gleichzeitig sprach die Journalistin über den tiefgreifenden Wandel der Medienlandschaft. „Leider lesen immer weniger Menschen Tageszeitungen. Viele informieren sich heute hauptsächlich über Social Media“, erklärte sie. Für Zeitungsverlage sei das eine große Herausforderung. Deshalb müssten sie ihre digitalen Angebote weiterentwickeln und neue Wege finden, um insbesondere jüngere Leserinnen und Leser zu erreichen. Anhand eines Analyse-Tools zeigte Frau Steffens, welche Beiträge auf der Internetseite der Lübecker Nachrichten besonders häufig angeklickt werden und welche Themen weniger Aufmerksamkeit erhalten.
Wie vielseitig der Beruf ist, zeigte sie anhand ihres Arbeitsalltags. Ob Politik, Kultur, Gerichtsverhandlungen oder bewegende Geschichten aus der Region – Journalistinnen und Journalisten müssen sich immer wieder in neue Themen einarbeiten. Dabei sei nicht nur Fachwissen gefragt, sondern auch Flexibilität. Termine könnten sich kurzfristig ändern, wichtige Ereignisse fänden oft am Abend statt und manche Gespräche mit Betroffenen seien emotional sehr belastend. Trotzdem müsse die Berichterstattung stets sachlich, fair und ausgewogen bleiben.

Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops war die Pressefotografie. „Gute Fotos sind für einen Artikel besonders wichtig. Sie sollten vor allem authentisch und natürlich wirken“, betonte Frau Steffens. Außerdem erklärte sie, welche Bedeutung Bildrechte und das Urheberrecht für die journalistische Arbeit haben. Einige ihrer Hinweise knüpften direkt an den Unterricht im WPU „Schulwebsite“ an. Dort beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler bereits mit journalistischer Recherche, dem Schreiben von Artikeln, der Pressefotografie, dem Aufbau von Seitenlayouts sowie dem Arbeiten mit Content-Management-Systemen. Dass sich Theorie und Praxis so gut ergänzten, lag auch daran, dass Kursleiterin Frau Trötzer-Buhrke selbst viele Jahre als Journalistin gearbeitet hat und ihre Erfahrungen regelmäßig in den Unterricht einbringt.
Neben den Einblicken in den Redaktionsalltag konnten die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden. Sie entwickelten Interviewfragen, übten die Recherche im Internet und diskutierten, woran sich seriöse Quellen erkennen lassen. Bereits im Vorfeld hatten sie Fragen vorbereitet, die Frau Steffens ausführlich beantwortete.
Der Besuch machte deutlich, dass guter Journalismus weit mehr ist als das Schreiben von Texten. Sorgfältige Recherche, kritisches Nachfragen, der Austausch mit Expertinnen und Experten sowie aussagekräftige Fotos gehören ebenso dazu wie eine unabhängige und verantwortungsbewusste Berichterstattung. Für die Schülerinnen und Schüler war der Workshop deshalb ein spannender Einblick in einen vielseitigen Beruf und zeigte, warum professioneller Journalismus auch heute unverzichtbar bleibt.
Text K.Möbius/ NT
Foto: Steffens