Wie passen explosive Chemie – Experimente und die jahrtausendalte Sprache der Römer zusammen? Auf den ersten Blick gar nicht – auf den zweiten Blick ergeben sie die perfekte Mischung für spannenden Unterricht. In unserem neusten Interview sprechen wir mit Frau Bruns, die an unserer Schule Chemie und Latein unterrichtet. Erfahrt im Folgenden, ob Latein wirklich so gut beim Lernen anderer Sprachen hilft und welches Experiment im Chemieunterricht ihr absoluter Favorit ist.
Könnten Sie sich kurz vorstellen und uns etwas Persönliches über sich erzählen?

,,Ich bin Wiebke Bruns, 26 Jahre alt und Lehrerin für Chemie und Latein. Ich komme ursprünglich aus Niedersachsen und habe in Rheinland-Pfalz studiert. Angefangen habe ich mit meinem Chemie- und Lateinstudium. Später kam dann noch Deutsch als drittes Fach dazu. Besonders spannend finde ich den Kontrast meinen beiden Fächer – auf der einen Seite die Antike Welt der Römer, auf der anderen Seite die Experimente und Zusammenhänge der Chemie. Genau diese Mischung macht meinen Beruf für mich so abwechslungsreich.“
Was hat sie ursprünglich dazu motiviert, Lehrerin zu werden? Gab es einen bestimmten Moment oder eine Person, die Sie inspiriert hat?
,,Ich habe schon sehr früh gemerkt, wie viel Freude es mir macht, anderen etwas zu erklären. Einen einzelnen Moment gab es nicht – viel mehr waren es meine Lehrer, die mich inspiriert haben. Ihre Begeisterung für ihre Fächer hat sich auf mich übertragen und irgendwann wusste ich: Genau das möchte ich auch mal machen!“
Wieso haben Sie sich damals dazu entschieden, gerade Latein und Chemie zu studieren?
,,An Latein faszinieren mich besonders die Sprache und die römische Kultur. Ich finde es spannend, wie die Menschen früher gelebt haben, und arbeite gerne mit Texten und deren Übersetzungen. In Chemie begeistert mich vor allem, wie alles zusammenhängt – sowohl in der Theorie als auch in den spannenden Experimenten.“
Welches Experiment würden Sie sofort machen, wenn im Chemieraum plötzlich alles erlaubt wäre?
,,Ganz klar: Das berühmet Vulkan – Experiment. Es sieht einfach spektakulär aus – fast wie ein echter Vulkanausbruch. Leider ist es in dieser Form heute im Unterricht nicht mehr erlaubt, aber die Faszination dafür ist bei mir bis heute geblieben.“
Viele behaupten: ,,Latein hilft beim Lernen anderer Sprachen“. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
,,Ich kann das absolut bestätigen. Latein war für mich eine echte Grundlage. Beim Lernen von Italienisch habe ich gemerkt, wie viele Wörter mir schon bekannt vorkamen. Auch im Spanischen gibt es viele Parallelen- man hate einfach einen ganz anderen Zugang zu neuen Sprachen und versteht die Zusammenhänge schneller.“
Woran erinnern Sie sich besonders gerne aus ihrer eigenen Schulzeit?
,,Ganz besonders an meinen Lateinunterricht. Wir waren nur eine kleine Gruppe – etwa 10 Personen – und das hat das Lernen viel intensiver gemacht. Man konnte sich viel mehr Zeit nehmen, tiefer ins Thema einzutauchen – und hatte gleichzeitig eine sehr angenehme Atmosphäre. Natürlich denke ich auch gerne an die Pausen mit meinen Freunden zurück.“
,,Ohne Kaffee läuft im Lehrerzimmer gar nichts.“ Stimmen Sie zu oder haben Sie ein eigenes Geheimrezept?
,,Ich muss zugeben: Bei mir ist es nicht der Kaffee. Mein persönliches Geheimrezept ist der Ostfriesen – Tee. Ohne den starte ich nicht in den Tag, er gehört einfach dazu.
Wenn Sie ihrem jüngeren Ich einen Tipp für die Schulzeit geben könnten – welcher wäre das?
,,Ich würde mir raten, vieles entspannter zu sehen und vor allem: Vokabeln konsequent zu lernen. Gerade im Latein – Unterricht zahlt sich das enorm aus. Das hätte mir im Studium einiges erleichtert.“
Welches Element im Periodensystem mögen Sie am meisten und warum?
,,Mein Lieblingselement ist Mangan. ich finde es faszinierend, wie vielseitig es ist. Seine Verbindungen können ganz unterschiedliche Farben haben – das macht es besonders spannend, auch im Unterricht.“
Was möchten Sie ihren Schülern über den Unterricht hinaus mit auf den Weg geben?
,,Mir ist wichtig, dass sie ihren eigenen Weg finden. Sie sollten herausfinden, was ihnen wirklich spaß macht – und den Mut haben, genau das später zu verfolgen, denn wenn man etwas gerne macht, wird man automatisch besser darin.“
Text und Fotos von Emily und Emily 10D