Interview Laurenz Kaemmer

Ein Schulhalbjahr im Ausland verbringen:

Laurenz, wo genau warst du und wie lange?
Ich war für sieben Monate im Südwesten von Norwegen.
Warum gerade Norwegen?
Das war ein deutsches Privatprojekt. Der Chef meiner Mutter kannte das und hat davon erzählt. Ich habe mir dann im Internet Genaueres darüber durchgelesen und erfahren, dass es dort viel um die Natur, Tiere und die Gemeinschaft geht. Da mich das sehr angesprochen hat, habe ich mich entschieden, daran teilzunehmen.
Wie lief das mit der Verständigung?
Mit den Einwohnern war es am Anfang noch sehr schwierig, deshalb haben wir nur englisch geredet. Wir haben in der Schule Norwegisch gehabt, weshalb es mit der Zeit einfacher wurde. Die Sachen, die wir auf Norwegisch nicht wussten, haben wir auf Englisch gesagt.
Sprichst du jetzt noch gelegentlich norwegisch?
Am Anfang habe ich in Deutschland meinen Mitschülern manchmal etwas auf Norwegisch erzählt. Das wurde mit der Zeit aber weniger und mittlerweile wende ich es gar nicht mehr an, weshalb ich vieles leider auch vergessen habe.
Wie lief es da mit der Schule?
Wir waren relativ wenige Schüler in nur einer Klasse, die alle an dem Projekt teilnahmen. Es war ein bisschen wie in einem Internat, da wir dort gelebt haben und zur Schule gegangen sind. Gelegentlich hatten wir aber auch Kontakt zu staatlichen Schulen und haben etwas mit denen gemacht. Wir hatten eigentlich genau dieselben Fächer wie in Deutschland, nur zusätzlich noch Norwegisch. Das System entsprach unserem G9.
Hast du dann wiederholt oder bist du weiter in deine Klasse gegangen?
Es war zwar nur ein Halbjahr, aber ich wollte lieber sichergehen und habe wiederholt. Man sagt ja auch, dass man nach einem Auslandsaufenthalt wiederholen soll.
Was habt ihr in Norwegen so gemacht?
Wir haben zum Beispiel jeden Monat eine Tour in die Natur gemacht. Da waren wir wandern, zelten und haben Kajaktouren gemacht.
Hast du ein besonderes Erlebnis, an das du dich gerne erinnerst?
Also ein ganz spezielles habe ich nicht. Es waren sehr viele tolle Erlebnisse, aber sehr schön fand ich die Gemeinschaft, die zwischen uns bestand. Der Kontakt mit denen, die ich da kennengelernt habe, ist zum Glück noch sehr gut. Wir kommen ja alle aus unterschiedlichen Ecken in Deutschland. Es gibt dann noch einige Nachtreffen von dem Projekt.
Hast du während deines Auslandsaufenthaltes etwas vermisst und vermisst du jetzt etwas aus Norwegen?
Aus Deutschland habe ich natürlich meine Familie und meine Freunde vermisst. Aus Norwegen vermisse ich auch die Menschen, die ich dort kennengelernt habe und die schöne Landschaft dort.
War das Projekt einmalig oder findet es wieder statt? Kannst du es empfehlen?
Das findet einmal im Jahr im 1. Halbjahr der neunten Klasse statt. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen, jedoch sollte man die Natur mögen und auch gerne Zeit mit Freunden, statt mit dem Handy verbringen.

Danke für das Interview!